Dāna – selbstloses Geben, Hingabe und Großzügigkeit

Dāna ist selbstloses Geben und spielt eine zentrale Rolle auf dem Weg der Befreiung.

Uneigennütziges Geben öffnet das Herz, die Ich-Bezogenheit rückt für einen Moment in den Hintergrund und öffnet die Perspektive, sich um das Wohlergehen anderer zu kümmern. Dāna ist die Möglichkeit aus einer heilsamen Intention heraus zu geben, ohne etwas zurück zu erwarten.

Gibt man nur, was übrig ist, sieht es als Möglichkeit zu sparen oder erwartet man im Moment des Gebens einen Profit, stellt dieses Geben keine wahre Großzügigkeit dar. Es geht darum, wirklich von Herzen zu geben. Das können die eigene Zeit, Energie oder materielle Mittel sein. Dabei geht es weniger um den materiellen Wert einer Gabe, als mehr um den eigenen Wert dem man ihm zumisst und den man bereit ist weiterzugeben. Der Akt des Gebens ist ein wichtiger Teil des Weges, um Gier zu überwinden und liebende Güte zu verwirklichen.

Dāna gehört zu den Wurzeln der buddhistischen Tradition, nach der die Lehre ohne festes Honorar oder einen festen Teilnahmebeitrag weitergegeben wird. So ist die Lehre für jeden zugänglich. Die Lehrenden und der Ort der Meditationspraxis bekommen von allen Teilnehmenden eine frei gewählte Spende – Dāna. Dāna ist eine Form, sich zu bedanken und die eigene Wertschätzung auszudrücken. Es ist ein Akt des freiwilligen Gebens und wertvoll für die Gebenden selbst.

Durch Großzügigkeit sorgt die Laiengemeinschaft dafür, dass die Grundbedürfnisse der Lehrenden gedeckt sind und der Ort der Praxis weiter bestehen kann.

Bei der Frage, wie viel wir geben sollten, setzen wir uns mit unseren Prioritäten auseinander: Was ist uns wirklich wichtig in diesem Leben? Verglichen mit anderen Aspekten im alltäglichen Leben – wie viel ist uns unsere spirituelle Entwicklung wert? Wie viel möchten und können wir geben? Womit verbringen wir unsere Zeit, wen unterstützen wir und wofür setzen wir unsere Energie ein? Wann gebe ich, was übrig ist und wann bin ich großzügig?

Selbstloses Geben ist ein Attribut eines weisen Menschen, welcher über sich, über die Egozentriertheit hinausgewachsen ist.

Die rechte Großzügigkeit kann nicht erzwungen werden: Sie ist Teil der Praxis und offenbart sich, wenn die Achtsamkeit Früchte trägt. Dann wird das Herz ganz leicht und es entsteht eine Harmonie zwischen Geben und Nehmen.